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Kunstmuseum Ravensburg

Burgstraße 9
DE - 88212 Ravensburg
+49 (0) 751 82810
@email
www.kunstmuseum-ravensburg.de

Kontakt & Anfrage

Willkommen im Kunstmuseum Ravensburg!
Bodensee

Das Kunstmuseum Ravensburg wurde von dem Architekturbüro Lederer + Ragnarsdóttir + Oei entworfen und beheimatet eine der größten Privatsammlungen Süddeutschlands. Unter dem Format "Selinka Classics" wird eine variierende Auswahl der über 200 Werke umfassenden Sammlung des früheren Werbeberaters Peter Selinka (1924 - 2006) und seiner Frau Gudrun Selinka permanent im Museum gezeigt. Schwerpunkte der Sammlung sind Werke des deutschen Expressionismus sowie der Gruppen CoBrA und SPUR.

Zudem präsentiert das Museum vielbeachtete Wechselausstellungen zur Klassischen Moderne und zur zeitgenössischen Kunst. Das Kunstmuseum Ravensburg wurde im Jahr 2013 mit dem deutschen Architekturpreis ausgezeichnet, 2014 für den Europäischen Museumspreis (EMYA) nominiert und 2015 als "Museum des Jahres“ (AICA) ausgezeichnet.

Fundament ist die Sammlung Selinka, die drei Schwerpunkte umfasst: Werke des deutschen Expressionismus sowie der Gruppen CoBrA und SPUR. Zudem präsentiert das Museum Wechselausstellungen zur Klassische Moderne und zur zeitgenössischen Kunst.

Kunstmuseum Ravensburg
lust for lite (Detail) © Grace Weaver, Foto: Roman März, Courtesy Soy Capitán, Berlin

17. April bis 11. Juli 2021

AUSZEIT. VON PAUSEN UND MOMENTEN DES AUFBRUCHS EG/1./2. OG

Nahezu jeder Mensch kennt das Bedürfnis nach einer selbstbestimmten Auszeit. Im Allgemeinen steht eine ›Auszeit‹ für einen temporäreren Ausstieg aus dem kontinuierlichen Zeitmanagement und charakterisiert eine Zeitspanne, die nicht primär von der objektiven Zeitmessung, sondern dem persönlichen Zeitempfinden geprägt ist. Die internationale Gruppenausstellung »Auszeit. Von Pausen und Momenten des Aufbruchs« versteht sich als Einladung, um – vor dem Hintergrund einer sich zunehmend beschleunigenden Gesellschaft, die sich aktuell im Ausnahmezustand befindet – über die Bedeutungsebenen und Potenziale einer Auszeit nachzudenken. In den vier Ausstellungskapiteln »Freizeitidyll: von Alltagsfluchten und Orten der Auszeit«, »Why work? Vom Wert der Auszeit«, »Wahrnehmungsverschiebungen: Zum Eigensinn der Kunst« und »How to Be in the Moment? Von Präsenzerfahrungen und Strategien der Entschleunigung« wird den Fragen nachgegangen, welche Formen die Auszeit annehmen und welche Funktionen sie erfüllen kann. Die Werke verdeutlichen die genussvollen wie janusköpfigen Elemente des Freizeit- und Vergnügungsgeschehens und stellen kritisch wie humorvoll die Taktung einer Leistungsgesellschaft in Frage.

»Auszeit. Von Pausen und Momenten des Aufbruchs« schlägt einen Bogen von Werken der 1910er-Jahre bis in die Gegenwart und beleuchtet aus der Perspektive der Kunst, dass der Ausbruch aus der Betriebsamkeit auch eine Form der Verweigerung oder des Widerstands sein kann. Bereits die expressionistischen Werke der Künstlergruppe »Brücke« (1905–1913) versinnbildlichen Auszeiten des Vergnügens und des Aufbegehrens. Die Darstellungen der Ausflüge in die Natur zu Beginn des 20. Jahrhunderts – wie das Nacktbaden an den Moritzburger Teichen – zeugen sowohl von der erholsamen Pause als auch von der kompromisslosen künstlerischen Entfaltung und dem Entwurf einer utopischen Gegenwelt zur fortschrittsorientierten, reglementierten Gesellschaft im Wilhelminismus. Auch in den zeitgenössischen Positionen rückt die Auszeit als Teil einer Gesellschaftskritik ins Zentrum. Die künstlerischen Positionen fordern das Recht auf Müßiggang, entwerfen einen autonomen Zugang zur Zeit und alternative Strategien der Präsenzerfahrung und verdeutlichen, welche Potenziale aus künstlerischer Sicht in einer Auszeit stecken. Spätestens durch die Werke, die zur Kontemplation oder auch humoristisch zur Entschleunigung und Präsenzerfahrung anregen, wird die genuin moderne Vorstellung der Auszeit als Unterbrechung des getakteten Lebensalltags für die Besucher*innen zugleich physisch erfahrbar.

Konzipiert wurde »Auszeit. Von Pausen und Momenten des Aufbruchs« lange, bevor SARS-COV-2 als rahmender Kontext dieses Projekts unser alltägliches Leben bestimmt hat. Mit dem temporären Einfrieren des öffentlichen Lebens während der globalen Corona-Pandemie hat der Begriff ›Auszeit‹ wiederum neue Konnotationen erhalten, die der rumänische Künstler Dan Perjovschi (*1961) in seinen zeichnerischen Interventionen pointiert kommentiert.

Mit Arbeiten von Marina Abramović, Bas Jan Ader, Cosima von Bonin, Natalie Czech, Alejandro Cesarco, Die Tödliche Doris, Otto Dix, William Engelen, FORT, Valeska Gert, Rodney Graham, Axel Heil, Sophia & Franziska Hoffmann, Christian Jankowski, Ernst Ludwig Kirchner, Barbara Klemm, Friedrich Kunath, Mark Leckey, Otto Mueller, Ernesto Neto, Yoko Ono / John Lennon, Max Pechstein, Dan Perjovschi, Karl Schmidt-Rottluff, Situationistische Internationale, Mladen Stilinović, Grace Weaver, Erwin Wurm und Andrea Zittel

Kuratiert von: Kristina Groß (Kuratorin, Kunstmuseum Ravensburg)

Rahmenprogramm
Donnerstag, 6. Mai 2021, 19 Uhr, Vortrag von Vanessa Joan Müller »Neue Wege nichts zu tun. Künstlerische Praxis als Arbeit und deren Negation«, Kunsthistorikerin, Autorin und Kuratorin, Wien, u. a. der Ausstellung »Neue Wege nichts zu tun«, 2014, Kunsthalle Wien

Donnerstag, 24. Juni 2021, 19 Uhr, Vortrag von Dr. Jochen Gimmel »Muße – ›ein Palast in der Zeit‹? Vom Glück als (Zeit-)Kritik«, Philosoph, Mitarbeiter Sonderforschungsbereich »Muße. Grenzen, Raumzeitlichkeit, Praktiken«, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Freitag, 2. Juli 2021, 20 Uhr, Sounding out the break – Musik zur Auszeit. Ein DJ-Set von DJ Jaywalk (aka Prof. Dr. Holger Lund, Global Pop First Wave, Berlin) und Martin Georgi (Seismographic Records, Ravensburg)
 



31. JULI – 1. NOVEMBER 2021      
                                                                                                      
HELMUT STURM. SPIELFELDER DER WIRKLICHKEIT EG/1./2. OG

Die Retrospektive gibt erstmals einen umfassenden Einblick in das facettenreiche Werk des Malers Helmut Sturm (1932–2008). Als Mitbegründer der Künstlergruppe ›SPUR‹, eine der ersten Avantgardebewegungen im Nachkriegsdeutschland, trug Sturm maßgeblich zur künstlerischen Aufbruchsstimmung der 1960er-Jahre bei und entwickelt bis zuletzt bedeutende Zeugnisse einer expressiven Malerei, die Abstraktion und Figuration souverän vereint. Eine Kooperation mit der Kunsthalle Emden und dem Museum Lothar Fischer i. d. OPf.
 



20. NOVEMBER 2021 – 20. FEBRUAR 2022

MAX ERNST 1. OG
Max Ernst (1891–1976) gehört zu den großen Formverwandlern und geistigen Erneuerern in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Mit über 40 Arbeiten aus der Sammlung Wilfried und Gisela Fitting sowie aus der Sammlung Hans Bolliger des Kunstmuseum Bonn – darunter intime Gemälde, Aquarelle, Collagen, Grafiken und einige plastische Arbeiten – schlägt die Werkschau einen Bogen von den Anfängen bis zum Spätwerk seines Schaffens und lädt die Besucher ein, in die fantasievollen Bildwelten von Max Ernst einzutauchen.

CAROLINE ACHAINTRE 2. OG
Die erste museale Einzelausstellung von Caroline Achaintre (*1969, lebt in London) in Deutschland gibt Einblick in das einprägsame Werk der deutsch-französischen Künstlerin. Achaintre überführt tradierte Techniken wie Tapisserie, Keramik und Aquarell in die Gegenwart und erkundet dabei die Grenzen zwischen Abstraktion und Gegenständlichem. Ihre imposanten großformatigen Wandteppiche, intimen Keramiken und Aquarelle sind Einladungen an das freie Spiel der Vorstellungskraft.
 



Bildangaben Slideshow oben:
1: © Roland Halbe
2: Barbara Klemm, Grosseto, Italien, 1983, Handabzüge, Silbergelantine auf Barytpapier, 30 x 40 cm, Foto: Barbara Klemm
3: Dan Perjovschi, The Time of the Virus Series, Marker auf Papier, 2020 fortl., © Dan Perjovschi, Courtesy of Gregor Podnar, Berlin
4: Grace Weaver, lust for lite, 2015, Öl auf Leinwand, 200 x 240 cm, Privatsammlung, © Grace Weaver, Foto: Roman März, Courtesy Soy Capitán, Berlin
 
Bildangaben Bildergalerie unten:
1: Caroline Achaintre, Ibis, 2012, handgetuftete Wolle, 250 x 215 cm, Courtesy Arcarde London & Brussels und Art:Concept, Paris, Foto: Andy Keate
2: Helmut Sturm, Ländlicher Konflikt, 1961, Öl auf Leinwand, 150 x 120 cm, Privatsammlung, VG Bild-Kunst, Bonn 2021, Foto: Richard Beer
3: Helmut Sturm, Ohne Titel, um 1975, Öl auf Leinwand, 100 x 110 cm, VG Bild-Kunst, Bonn 2021
4: Max Ernst, Quelques fleurs, 1927, Öl auf Leinwand, 22,3 x 27,5 cm, Kunstmuseum Bonn, Leihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung

Weitere Informationen:

Kunstmuseum Ravensburg

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