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Kunstmuseum Ahrenshoop

Weg zum Hohen Ufer 36
DE - 18347 Ahrenshoop
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Kontakt & Anfrage

Herzlich Willkommen im Kunstmuseum Ahrenshoop!
Ostseeküste

 
Das Kunstmuseum Ahrenshoop ist das Museum der Künstlerkolonie und aller auf sie folgenden künstlerischen Entwicklungen in Ahrenshoop und der angrenzenden Küstenlandschaft. Es entstand in einer bundesweiten bürgerschaftlichen Initiative und wird in Trägerschaft eines gemeinnützigen Vereins ohne öffentliche Zuschüsse betrieben. Die Sammlung zur Kunst des späten 19. und des 20. Jhd. umfasst neben namhaften auch viele Positionen, die zu Unrecht vergessen sind. Sie gibt einen umfassenden Einblick in den seit der Museumseröffnung im August 2013 eindrucksvoll angewachsenen museumseigenen Fundus.

Die Präsentation liefert ein anspruchsvolles Panorama national relevanter kunsthistorischer Positionen. Das von Staab Architekten geplante Museumsgebäude zeichnet sich durch eine harmonische Einbindung in den Ort und die gelungene Umwandlung einer lokaltypischen Baugestalt in zeitgemäße Formen und Materialien aus. Das Museum versteht sich als Ort künstlerischer Vielfalt: Sammlungspräsentation und wechselnde Sonderausstellungen, Veranstaltungen wie Kunst-Kino, Lesungen und Konzerte. Das Führungs- und Kreativangebot des Museums richtet sich an alle Altersgruppen.

 
   
     

Alfred Partikel, Waldinneres, um 1936, Mischtechnik auf Leinwand, 160,3 x 116 cm, Sammlung Kunstmuseum Ahrenshoop


Carl Lohse, Brandung, Badende in stürmischer See, 1938, Gouache, 58,3 x 79,5 cm, Stiftung Kunstmuseum Ahrenshoop

    „In dunkler Zeit.“
Kunst von 1933 bis 1944 in der Sammlung Kunstmuseum Ahrenshoop
1. Dezember 2018 bis 16. März 2019
 
Künstler in der „inneren Emigration“
Ausstellung „In dunkler Zeit“ zeigt Arbeiten aus der Zeit des Nationalsozialismus
 
Ahrenshoop. In der Zeit des Nationalsozialismus flohen viele Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland und gingen ins Exil. Andere blieben im Land, begaben sich aber in die so genannte „innere Emigration“. Auch im Ostseebad Ahrenshoop lebten Künstler, die sich aus dem Kulturbetrieb des Landes komplett zurückgezogen hatten. Die Ausstellung „In dunkler Zeit“ dokumentiert dies in einer Sammlungsausstellung.

Öfter ist davon die Rede, dass Ahrenshoop und die angrenzende Küstenlandschaft während der NS-Diktatur Schutz und Rückzugsmöglichkeiten für Künstler geboten hätten. Dass das nur bedingt der Fall sein konnte, zeigen die historischen Fakten. Auf Hiddensee gab es seit 1935 ein Betretungsverbot für jüdische Menschen. Mit dem Bau der Heeresversuchsanstalt Peenemünde war das beschauliche Naturreservat der Insel Usedom in einer Weise bedroht, vor der kein aufmerksamer Mensch die Augen verschließen konnte.
 
In Ahrenshoop verkehrten Nazigrößen wie Hermann Görig, der im Darßwald seinem Jagdvergnügen nachging. Ab 1935 entstand auf der Halbinsel Pütnitz in der Ribnitzer See ein Militärflugplatz mit angegliederter Seefliegerschule. Auch der Bau des Barther „Fliegerhorsts“ begann 1935. Im Konzentrationslager Barth wurden Häftlinge in Zwangsarbeit für die Heinkel-Flugzeugwerke zu Tode geschunden.

Wie gingen Künstler, die in dieser Zeit an der Ostsee weilten, mit der Atmosphäre um, die sich aus der allgegenwärtigen Bedrohung ergab? Was hieß es für sie, sich in der „inneren Emigration“ dennoch künstlerisch und menschlich zu behaupten, erst recht, wenn durch den Krieg ein großer Teil des Lebenswerks verlorenging?
Einige in der NS-Zeit auf Fischland und Darß wirkende Künstler waren schon vorher dort ansässig geworden: so Fritz Koch-Gotha und Dora Koch-Stetter, Hans Brass, der einstige Bauhausmeister Gerhard Marcks und sein Malerfreund Alfred Partikel. Beide wurden im NS-Staat mit expressionistischen Werken aus den 1920ern angeprangert. Ihr harmonisches Menschen- und Landschaftsbild späterer Jahre bot kaum noch Angriffsflächen zum Verruf, doch blieben ihre Wirkungsmöglichkeiten eingeschränkt.
 
So ging es auch der Rostockerin Kate Diehn-Bitt. Über die „jüdisch versippte“ Künstlerin der Neuen Sachlichkeit, die unterließ, um Aufnahme in die „Reichskammer der bildenden Künste“ zu bitten, wurde neben dem Ausstellungs- auch ein Mal- und Farbenverbot verhängt. Wie von Carl Lohse und anderen ihrer Altersgenossen bekannt, kam auch ihr Schaffen ab 1938 weitgehend zum Erliegen und erlebte erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges einen Neuanfang. Für Künstler wie Carl Lohse, Werner Gilles, Ernst Wilhelm Nay, Louise Rösler oder Juro Kubicek, die alle in den 1930ern noch junge „Malgäste“ an der Ostsee waren, erwies sich der verfemte Geist der Moderne als humane Zuflucht. Sie bestanden konsequent auf diesem Erbe. Ihre künstlerische Arbeit kreiste weiterhin um Landschaft und Figur. Es ging darin um starke sinnliche und geistige Erlebnisse, um Projektionen einer wahren Lebensform, die im Kontrast zur unannehmbaren sozialen und politischen Wirklichkeit stand. Es können stille Bilder sein, die diese Gegenwelt enthalten, oder farbenreich bewegte. Die überzeugendsten Lösungen liegen abseits vom akademischen Konsens.
 
 
 

Else Lasker-Schüler (1869–1945), Chaluzim kommen aus den Orangenhainen, um 1935, Entwurf für das Frontispiz des Buches "Hebräerland", Bleistift und farbige Kreide auf Pergamin, 27,3 x 21,1 cm, Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft, Wuppertal

   
„…nach dem nördlichen Eismeer zu sehe ich noch eine kleine Tür“
Schiffswege von Künstlern und Literaten ins Exil (1933-1941)
1. Dezember 2018 bis 7. April 2019
 
Künstlerinnen und Künstler in der Emigration
Ausstellung der Kuratorin Kristine von Soden zeichnet die Flucht vor den Nationalsozialisten nach
 
Ahrenshoop. Viele Künstlerinnen und Künstler flohen in den 1930er Jahren vor den Nationalsozialisten ins Ausland. Die Schriftstellerin und Kunstexpertin Kristine von Soden hat nun für das Kunstmuseum Ahrenshoop eine Schau zusammengestellt, die anhand von Bildern, Texten und Dokumenten diese Flucht nachvollziehbar werden lässt. Titel: „..nach dem nördlichen Eismeer sehe ich noch eine kleine Tür“.

Von den Nationalsozialisten verfolgt, verließen sie ihre Heimat Richtung Palästina, nach England, Skandinavien, in die USA oder nach Südamerika: Künstler und Literaturschaffende, unter ihnen George Grosz und Tisa von der Schulenburg, Else Lasker-Schüler, Lea Grundig, Mascha Kaléko, Oscar Zügel, Bert Brecht und Helene Weigel, Arnold und Beatrice Zweig sowie nicht zuletzt Anna Seghers. Fast alle reisten vor 1933 zur Sommerfrische an die mecklenburgische und pommersche Ostseeküste. Oder weilten später in Ahrenshoop.
 
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen folgende Fragen, die in der Exil-Forschung bislang eher vernachlässigt wurden: Auf welchen Schiffen und von welchen Häfen aus traten die Gefährdeten ihre Reisen ins Ungewisse an? Wer half ihnen bei der Beschaffung von Pässen, Visa und Schiffstickets? Wo gab es finanzielle Unterstützung? Wie verliefen die Überfahrten? Historischen Ansichten der jeweiligen Schiffe, Abfahrts- und Ankunftshäfen sollen die Schiffswege (legale wie illegale, gelungene wie tragisch gescheiterte) skizzieren – ergänzt von Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen, Romanpassagen, Gedichten, deren Motive und Themen Einblicke in das jeweilige Exilschicksal gewähren. Dabei werden ausgewählte Werke erstmals öffentlich präsentiert.
 



Zum Kunstmuseum Ahrenshoop

Das Kunstmuseum Ahrenshoop wurde am 30. August 2013 eröffnet. Es besticht nicht nur durch seine vielfältige Museumssammlung mit mehr als 500 Werken (u. a. Elisabeth von Eicken, Anna Gerresheim, César Klein, Max Kaus, Willy Jaeckel, Karl Hofer, Harald Metzkes, Wolfgang Mattheuer). Auch seine einzigartige, mehrfach ausgezeichnete Gebäudearchitektur (Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern 2014, Iconic Award 2014, Deutscher Lichtdesign-Preis 2015) erregte bundesweite, ja internationale Aufmerksamkeit.

Darüber hinaus nimmt es durch seine beispiellose Entstehungsgeschichte aus bürgerschaftlichem Engagement eine Sonderstellung in der deutschen Museumslandschaft ein. Der Freundes- und Fördererverein Kunstmuseum Ahrenshoop e. V. hat mehr als 400 Mitglieder in der gesamten Bundesrepublik. Das Museum zählte gerade seinen 80.000sten Besucher. Inhaltlich hat sich das Kunstmuseum Ahrenshoop zur Aufgabe gemacht, die Künstlerkolonie Ahrenshoop im Kontext der gesellschaftspolitischen Verwerfungen des letzten Jahrhunderts und seiner deutsch-deutschen Geschichte wiederzuentdecken.
 

                                              Weitere Informationen:                                

Kunstmuseum Ahrenshoop

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